Mit diesen Worten begann Pastor Klaus – Uwe Nommensen seine Gedenkrede für Hans – Ulrich von Oertzen in der Versöhnungskirche Rattey. Er sprach damit das Projekt der 9b der Woldegker Wilhelm- Höcker Schule an. Vier Monate hatten sich die Schülerinnen und Schüler mit von Oertzen beschäftigt, der auf dem Gut Rattey aufgewachsen war und als junger Major entscheidend am Attentat des 20. Juli 1944 beteiligt war.
Ziel des Projektes war eine Ausstellung für die Ratteyer Kirche. Mit der Gedenkveranstaltung einen Tag vor dem Jahrestag des Attentates wurde die Ausstellung eröffnet.
„Ihr habt mit eurem Projekt den Menschen von Oertzen kennengelernt, seine anfängliche Begeisterung und seine aufkommenden Zweifel, seine Zerrissenheit zwischen Eid und Widerspruch“, attestierte Nommensen den Jugendlichen. Von Oertzen sei wach gewesen für das, was um ihn herum geschah, betonte er. Diese Wachsamkeit erhoffe er sich auch in dieser Zeit gegenüber einer Sprache, die Propaganda und Kampfbegriffe der brutalen Diktatur wieder normal werden lassen, und Wachsamkeit gegenüber Bildern, die zunehmend manipulieren, Hass belegen und Wirklichkeit verfälschen.
Den Anstoß für das Projekt und eingeladen zur Gedenkfeier hatte der Förderverein Versöhnungskirche Rattey. Überrascht und dankbar sind die Organisatoren und Projektteilnehmer für das große Interesse an der Veranstaltung. Mehr als hundert Gäste waren gekommen.
Nun hat die Gedenktafel in der Kirche, die an Hans – Ulrich von Oertzen seit 1992 erinnert, durch Texte und Bilder der Ausstellung eine wichtige Ergänzung erhalten.
Schulleiter Alexander Zuber hatte die Schülerinnen und Schüler der 9b in ihrem Projekt angeleitet und begleitet. Er eröffnete die Ausstellung mit einem kurzen ‚Rückblick auf Intention und Inhalt der Schülerarbeit. Lea Sophie Kilias und Jamie-Lennard Fox hatten ihre Ferien unterbrochen und standen für Fragen interessierter Besucher bereit.
Mit einem kleinen Konzert des Songpoeten und Sängers Tino Eisbrenner endete die Gedenkfeier. Er erinnerte in seinen Liedern an die Vielfalt von Leben und Menschen, erzählte musikalisch von Wachsamkeit und Versöhnung.
